Tag der Freiheit

Individuelle Freiheitsgedanken zum Tag der Freiheit

Am 17. Juni 2017 finden die Hayek-Tage in Bonn statt. Der 17. Juni eignet sich als Feier- und Gedenktag:

  • Auf den Volksaufstand in der DDR 1953 reagierte die Sowjetunion mit der Verhängung des Kriegsrechts.
  • In Frankreich erklärte sich am 17. Juni 1789 der Dritte Stand zur Nationalversammlung und beschloss zwei Monate später die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.
  • In den USA kam am 17. Juni 1885 die Freiheitsstaue im Hafen von New York an.
  • In Island ist der 17. Juni Nationalfeiertag, weil sich 1944 die Isländer von der Herrschaft Dänemarks befreiten.

Hier präsentieren 17 Mitglieder der Hayek-Gesellschaft an 17 Tagen jeweils 17 Zeilen für die Freiheit.

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17 Zeilen für die Freiheit. Tag der Freiheit 2017

#17. Selbsteigentum, Exklusivität und Freiheit

  1. Der Mensch gehört sich selbst, keinem Kollektiv oder Staat.
  2. Dann gehören auch die Früchte der eigenen Arbeit dem Individuum, nicht dem Staat.
  3. Staatliche Übergriffe (wie Steuern) bedürfen besonderer Rechtfertigung.
  4. Die kann nur aus der Notwendigkeit der Anerkennung der Eigentums- und Freiheitsrechte durch Andere abgeleitet werden.
  5. Nicht der eigene Anspruch, sondern erst die Anerkennung durch Andere macht Rechte aus.
  6. Warum können und sollten Andere meine Rechte anerkennen?
  7. Aus Eigeninteresse, nach dem Gegenseitigkeitsprinzip, um Gewalt zu minimieren und produktive Tätigkeit zu ermöglichen.
  8. Beruht die gegenseitige Anerkennung von Rechten tatsächlich auf rationaler Vereinbarung?
  9. Nein, das ist nur die Rechtfertigung. Die gegenseitige Anerkennung beruht auf Gewohnheiten und Traditionen.
  10. Gewohnheiten und Traditionen sind damit die Basis von Eigentum und Freiheit.
  11. Was gefährdet Eigentum und Freiheit?
  12. Massenzuwanderung von Menschen mit anderen Gewohnheiten und Traditionen.
  13. Offene Grenzen gefährden Eigentum und Freiheit. Exklusion ist eine soziale Notwendigkeit.
  14. Staatsaufgaben sind die Durchsetzung der Anerkennung der Freiheits- und Eigentumsrechte der Bürger und die Sicherung der Grenzen.
  15. Die Zwangsanstalt Staat sollte alle karitativen Aufgaben Individuen und freiwilligen Zusammenschlüssen überlassen.
  16. Je mehr der Staat über den Minimalstaat hinauswächst, desto mehr wird er ein Übel.
  17. Gegenüber Außenstehenden hat der Staat nur die Pflicht zum Gewaltverzicht.

Erich Weede

#16. Polarisierung durch Problemverschleppung

  1. Die Problemverschleppungen vor und insbesondere
  2. seit der Finanzkrise haben in den westlichen Gesellschaften
  3. eine enorme politische und gesellschaftliche Polarisierung hervorgerufen.
  4. Populisten von Links und Rechts nutzen diese Polarisierung
  5. zum »Kampf gegen das System« und behaupten,
  6. die »wahren Interessen des Volkes« zu vertreten.
  7. Doch wer kann die wahren Interessen des Volkes erkennen?
  8. Hinter dieser Anmaßung soll versteckt bleiben, daß es wie immer nur darum geht,
  9. politische Herrschaft, Ämter und Einkommen für sich selbst zu gewinnen.
  10. Zu diesem Zweck werden politische Institutionen verächtlich gemacht
  11. und Sachfragen als Vehikel im Kampf gegen das System mißbraucht.
  12. Ziel ist nicht die Lösung von Problemen, sondern der Kulturkampf um jeden Preis.
  13. Die Polarisierung durch Problemverschleppung wird so weiter angeheizt.
  14. Für die Freiheit verheißt das nichts Gutes.

Norbert F. Tofall

#15. Keine Freiheit ohne Grenzen

  1. Der Rechtstaat setzt Individuen und der politischen Klasse Grenzen.
  2. Er gewährt Freiheit.
  3. Er schützt die Menschen vor der Willkürpolitik der Macht.
  4. Individuen können die Konsequenzen ihres Handelns abschätzen.
  5. Dies ist die Grundlage für individuelles und allgemeines Wohlergehen.
  6. Wer frei ist, ist für die Folgen seines Tuns verantwortlich.
  7. Freiheit und Haftung gehören zusammen.
  8. Wer nicht mehr für seine Entscheidungen haftet, verliert seine Freiheit.
  9. Dieser Prozess vollzieht sich gerade in der europäischen Währungsunion.
  10. Die Politiker der Eurozone haben die »no bail out«-Klausel vom Tisch gewischt, damit kein Mitgliedstaat der Währungsunion Konkurs gehen kann.
  11. Doch treten sie die Hoheit über ihre Politikund die Gläubigerstaaten ab.
  12. Das erlebt gerade Griechenland.
  13. Es wehrt sich und verweigert sich den entscheidenden Reformauflagen.
  14. Es gewinnt aber nicht Freiheit zurück, vielmehr verelendet die griechische Bevölkerung.
  15. Doch kehrt die Politik in der Währungsunion nicht zu
    nationaler Verantwortung zurück, sondern will die wirtschaftlichen
    Risiken — Einlagensicherungssystem für Banken und Sparkassen, Arbeitslosenversicherung, zentraler Haushalt für die Eurozone — vergemeinschaften.
  16. Bei Vergemeinschaftung der Risiken fühlt sich niemand verantwortlich.
  17. Zentralisierung, Auflagen, Zwang und Verlust der Freiheit werden die Folge sein.

Joachim Starbatty

#14. Freiheit ist das Einzige, was zählt

  1. Wenn ich dieses Lied von Marius Müller Westernhagen
  2. höre, wie er es 1988 in Ostberlin vor tausenden
  3. Menschen vorgetragen hat, treibt es mir heute noch die
  4. Tränen in die Augen. Die Ostberliner, die diese Zeile
  5. gesungen haben, wussten noch, dass es Freiheit war, was
  6. ihnen fehlte. Ein Jahr später haben sie sich diese Freiheit
  7. genommen, indem sie die Mauer zu Fall brachten. Aber
  8. nicht die Tanzenden auf dem eben noch tödlichen
  9. »Antifaschistischen Schutzwall« wurden zum Symbol
  10. des neuen Deutschland, Westenhagens Lied nicht zu
  11. seiner Hymne.
  12. Freiheit wurde schnell »wieder abbestellt« und durch
  13. Wohlstand ersetzt. Freie Menschen brauchen keine
  14. Macht, keinen fürsorglichen Staat, Niemanden, der für
  15. sie denkt.
  16. Der Freie übernimmt die Verantwortung für sein Leben
  17. selbst. Er denkt und entscheidet unabhängig. Freiheit ist
  18. die einzige Antwort auf den Wohlstandsdespotismus.

Vera Lengsfeld

#13. Freiheitspflicht und Freiheitsgrenze

  1. Die einen suchen Freiheit und Sicherheit, die anderen ein wirtschaftlich besseres Leben.
  2. Die Menschen, die massenweise aus Afrika und islamischen Ländern vor allem nach Deutschland strömen oder, dies zu tun, noch vorhaben, bewegen unterschiedliche Motive.
  3. Für sie sind wir mit anderen westeuropäischen Staaten verständlicherweise das Gelobte Land.
  4. Unter ihnen sind aber auch solche mit politischem oder religiösem Auftrag wie Terroristen und fanatische Islamisten.
  5. Für Liberale gilt:
  6. Wer friedlich kommt, ist grundsätzlich willkommen,
  7. wer unfriedlich kommt, ist abzuweisen.
  8. Freiheitssuchende dagegen und politisch Verfolgte nicht abzuweisen, sollte sich ein freiheitliches Land verpflichtet fühlen,
  9. tut sich aber schwer damit, wenn diese Menschen in Massen kommen.
  10. Denn eine Grenze findet die Aufnahmebereitschaft in der Aufnahmefähigkeit.
  11. Doch der Beurteilungsmaßstab, mit welchen und wievielen Einschränkungen für die aufnehmenden Menschen sich die Aufnahmefähigkeit erschöpft, ist dehn- und strapazierbar.
  12. Wieviele Einschränkungen und gesellschaftliche Veränderungen sind den Menschen im Aufnahmeland, die Freiheit haben, zuzumuten zugunsten jener Menschen, die diese Freiheit nicht haben und sie im Aufnahmeland suchen?
  13. Die Abwägung ist schwer, und hängt auch von der Fähigkeit, der Bereitschaft und der Pflichtauffassung der Freiheitssuchenden ab, sich dem Aufnahmeland anzupassen
  14. und sich dort friedlich zu integrieren.
  15. Auch hier gilt:
  16. Die Freiheit hat ihre Grenzen in der Freiheit der anderen.
  17. Freilich, leicht gesagt, doch schwer getan.

Klaus Peter Krause

#12. Die Seele Europas

  1. Die Freiheit ist die größte Leistung der Zivilisation. Deshalb
  2. ist sie nicht selbstverständlich, sondern muss immer
  3. wieder von neuem erkämpft werden. Sie hat viele
  4. Feinde. Einer der gefährlichsten ist die Bequemlichkeit.
  5. Freiheit verlang nach Verantwortung. Es gibt keine Freiheit
  6. ohne Verantwortung, es gibt aber auch keine
  7. Verantwortung ohne Freiheit. Sie ist damit ein
  8. konstituierendes Element der Subsidiarität und der
  9. dezentralen Ordnung. Zentralismus ist im Gegensatz
  10. dazu die Machtübernahme der Bürokratie in allen
  11. Lebensbereichen. Das bedeutet das Ende der Freiheit.
  12. Europas Zivilisation ist auf Freiheit und Verantwortung
  13. gegründet. Die christliche Kultur schuf die
  14. Voraussetzungen dafür. Damit konnte sich die Herrschaft
  15. des Rechts entwickeln. Recht braucht Freiheit und
  16. Verantwortung. Verliert Europa diese Grundpfeiler, so
  17. verliert es seine Seele und damit seine Berechtigung.

Rainhard Kloucek

#11. Kommandounternehmen gegen die Kommandeure

  1. 1944 konnte ich beschreiben, was 1961 kulminierte, was
  2. 1953 ausbrach und 1989 einbrach, was heute erneut auf der
  3. Tagesordnung in Europa steht. Der Weg in die und aus der
  4. Knechtschaft ist eine Zwangsläufigkeit des Zentralismus:
  5. »Die oberste Planwirtschaftsbehörde würde uns nicht nur in
  6. der niedrigeren Sphäre unseres Lebens gängeln, nein, sie würde
  7. auch die Zuteilung der begrenzten Mittel für alle unsere
  8. Zwecke in die Hand nehmen. Wer also die gesamte Wirtschafts-
  9. tätigkeit lenkt … muß daher entscheiden, welche befriedigt
  10. werden sollen und welche nicht. Dies ist in der Tat der wunde
  11. Punkt. Wirtschaftliches Kommando ist nicht nur das Kommando
  12. über einen Sektor des menschlichen Lebens, der von den
  13. übrigen getrennt werden kann; es ist die Herrschaft über die
  14. Mittel für alle unsere Ziele.«
  15. Kurz: Wer über die Mittel verfügt, muß auch bestimmen,
  16. was die Menschen glauben und wonach sie streben sollen.
  17. Menschen wollen aber nicht nur immer gehorchen.

F.A. Hayek

#10. Freiheit.

  1. Wer ist gern Sklave, bloßes Instrument des Willens einer
  2. Privatperson oder des Staates? Individuelle Freiheit heißt
  3. Freisein von der Willkür eines anderen Menschen:
  4. »Freiheit von Ketten«. Jeder hegt den natürlichen Wunsch,
  5. im Rahmen von Regeln, der zu werden, der er ist, eine
  6. unverwechselbare Persönlichkeit zu sein. Nur unter dieser
  7. Voraussetzung kann sich Glück, Lebensfreude, Schaffenskraft
  8. entfalten. Mit der Selbstbestimmung, mit dem eigenen
  9. Lebensplan nach eigenen Präferenzen, ist eine Haftung
  10. für Entscheidungen verbunden. Freiheit gibt die Chance,
  11. aber nicht die Garantie eines Erfolges. Aber auch
  12. wer arm ist, ist deswegen nicht weniger frei und kann
  13. sein Schicksal ins Bessere wenden. Ein gut genährter
  14. Sklave (»Freiheit von Not«: die sozialistische Verheißung)
  15. ist damit noch nicht frei. So ist der Fuchs in den Wäldern
  16. frei, der rundum gut versorgte Hofhund ist unfrei — er liegt
  17. an der Kette und muß gehorchen.

Gerd Habermann

#9. Kurztagebuch eines Lebens in Freiheit

oder: Tanze, wo immer Du tanzen kannst!

  1. Im öffentlichen Kindergarten frühstückten alle gleichzeitig.
  2. Grundschüler fassten sich beim Ausflug an ihren Händen.
  3. Gymnasiasten beendeten Klassenarbeiten immer pünktlich.
  4. Postbedienstete stellten förmlich Musterungsbescheide zu.
  5. Sorgsam füllten Studenten Fragebogen formatgerecht aus.
  6. Referendare kommunizierten über Verwaltungsdienstwege.
  7. Rechtsanwälte überwiesen pflichtschuldig Kammerbeiträge.
  8. Landgerichtsvizepräsidenten ernannten Notariatsassessoren,
  9. Oberlandesgerichtsvizepräsidenten später Anwaltsrichter.
  10. Gebührenordnung und Vergütungsgesetz für Einnahmen,
  11. Beitragssatzungen und Steuergesetze für allerlei Abgaben.
  12. Krankenversicherungspflicht für den gesunden Körper,
  13. Rundfunkteilnehmerbeitragspflicht für den gesunden Geist.
  14. Lebensmittelüberwachung schützte gegen Gift im Essen,
  15. wie sonst Nichtrauchergesetz oder Gefahrstoffverordnung…
  16. Lebe also in tanzender Freiheit!
  17. Im staatlichen Pflegeheim essen alle gleichzeitig zu Abend.

Carlos A. Gebauer

#8. Grenzen der Freiheit

Keine Freiheit ohne Grenzen

  1. Jede Form der Freiheit (positiv oder negativ) braucht nicht
  2. nur Grenzen, sie ist ohne Grenzen nicht denkbar.
  3. Mit »Grenze« assoziiert man aber zunächst nicht Freiheit,
  4. sondern Unfreiheit. Grenzen sind Begrenzungen, Schranken,
  5. Barrieren oder Mauern. Gefängnisse haben Mauern. Sklaven
  6. sind in der Lebensführung beschränkt.
  7. Und doch ist Freiheit ohne Grenzen weder zu verwirklichen,
  8. noch ist sie denkbar.
  9. In den westlichen Gesellschaften haben die Menschen früher
  10. undenkbare Freiheiten erlangt. doch wird die Freiheit jedes
  11. Einzelnen zum Schutz anderer begrenzt, weil man sich das
  12. Zusammenleben sonst nicht vorstellen kann. Demokratie
  13. ohne Frenzen geht verloren. Willkürlich außer Kraft gesetzte
  14. Grenzen können die Freiheit gefährden. Jede Gesellschaft
  15. muss sich Grenzen setzen — nach innen, damit ihre Mitglieder
  16. nicht kollidieren, nach außen, damit ihr Gemeinwesen nicht
  17. zerstört wird.

Alexander Dörrbecker

#7. Grenzen der Freiheit und Freiheit der Grenzen

Die Grenzen der Diskriminierung aus Humescher Sicht

  1. Darf ich meine Grenzen frei setzen, oder sind meiner Freiheit
  2. dabei Grenzen gesetzt? Darf ich willkürlich A reinlassen
  3. und B außen vor, auch dann, wenn ich nicht sagen kann oder
  4. will, warum ich A und B unterschiedlich behandle? Manche
  5. meinen »Nein«, Diskriminierungen seien rechtfertigungsbedürftig,
  6. vor allem, wenn sie willkürlich getroffen würden.
  7. Für Hume sieht das anders aus. Für ihn bedürfen Diskriminierungen
  8. nicht per se der Rechtfertigung, auch willkürliche nicht.
  9. Rechtfertigungsbedürftig ist für ihn nur die Durchsetzung
  10. (rechtliche Erzwingung) von Diskriminierungen. Er hält
  11. allein solche Diskriminierungen für gerechtfertigt, die
  12. sich für die Gesellschaft als konstitutiv erweisen. Hume
  13. zeigt dies am Recht. Das Recht diskriminiert zwischen Täter
  14. und Opfer, Schuldigen und Unschuldigen. Indem es dies tut,
  15. hält es die Gesellschaft zusammen. Dieser Umstand macht
  16. das Recht zu einem Beispiel für konstitutive, und daher
  17. durchsetzbare Diskriminierungen, die gerechtfertigt sind.

Hardy Bouillon

#6. Neue Grenzen braucht die Welt

Appetithappen-ABC einer kommenden Wissenschaft

  1. Afrika werde neugegliedert nach Völkern und Naturräumen.
  2. Bundesländer bleiben in Deutschland nur 8 oder 10 übrig.
  3. Canada, USA, Mexiko werden ein saturiertes Reich bilden.
  4. Entwurzelung und Herrschaft der Heimatlosen macht unfrei.
  5. Friede braucht Grenzen; gute Zäune machen gute Nachbarn.
  6. Globalismus ist angloamerikanischer Nationalismus.
  7. Israel/Palästina zwischen Meer und Jordan ist unteilbar.
  8. Kolonialmächte sind Schuld an vielen falschen Grenzen.
  9. Landnahme durch Moslems ist Programm — seit 1300 Jahren.
  10. Menschen sind Teil einer Familie und eines Volkes.
  11. Nordirland werde mit Irland vereinigt, Hauptstadt Dublin.
  12. Ostukraine endet dort, ab wo das Wasser in den Don fließt.
  13. Russland gehört zu Europa; Sibirien ist das Alaska Europas.
  14. Selbstbestimmung der Völker geht vor One-World-Agenda.
  15. Völker sind Gedanken Gottes. (Johann Gottfried Herder)
  16. Wasserscheiden sind die besten Grenzen.
  17. Zypern ist griechisch und gehört wiedervereinigt.

Kristof Berking

#5. Viele Grenzen, viel Freiheit

Über die Kleinstaaterei

  1. Der größte Staat, der Weltstaat, ist grenzenlos und einzig.
  2. Je zahlreicher Staaten, desto kleiner sind sie.
  3. Je kleiner die Staaten, desto mehr Ausweichmöglichkeiten.
  4. Je kleiner die Staaten, desto mehr Grenzen.
  5. Je kleiner die Staaten, desto näher die Grenze.
  6. Je kleiner die Staaten, desto kulturell ähnlicher der angrenzende Staat.
  7. Je kleiner die Staaten, desto billiger das Abstimmen mit den Füßen.
  8. Je kleiner die Staaten, desto leichter entleeren sie sich.
  9. Je kleiner die Staaten, desto intensiver der Wettbewerb.
  10. Je kleiner die Staaten, desto niedriger die Steuern.
  11. Je kleiner die Staaten, desto geringer die Regulierung.
  12. Je kleiner die Staaten, desto weniger Diskriminierung.
  13. Je kleiner die Staaten, desto spärlicher die Konflikte.
  14. Je kleiner die Staaten, desto friedfertiger sind sie.
  15. Je kleiner die Staaten, desto mehr Kontrolle.
  16. Je kleiner die Staaten, desto größer die Freiheit.
  17. Der freie Staat hat feste Eigentumsgrenzen und ist winzig.

Philipp Bagus

#4. Die (schlechteste) Lösung

  1. Da werdet ihr sehr viel und sehr gut mauern
  2. und künftig sehr klug handeln müssen,
  3. ehe euch diese Schmach vergessen wird.
  4. Zerstörte Häuser reparieren, das ist leicht.
  5. Zerstörtes Vertrauen wieder aufrichten ist sehr,
  6. sehr schwer.
  7. Wenn du nicht weißt
  8. wer das geschrieben hat
  9. am 20. Juni 1953
  10. wer das Vertrauen von wem verscherzt hatte
  11. wirst du nicht verstehen
  12. wie hart das Volk darum ringen muss
  13. das Vertrauen des Staats zurückzuerobern
  14. wie schwer
  15. wie sehr sehr schwer
  16. das sein kann
  17. am 13. August 1961 haben die Bauarbeiter der Deutschen Demokratischen Republik es geschafft, noch einfacher

Anonymus

#3. Kann man Freiheit messen?

  1. Freiheit als subjektives Lebensgefühl ist objektiv nicht
  2. einfach messbar. Trotzdem gibt es einen »Human Freedom
  3. Index«, der auf einer von 0–10 reichenden Rangskala (zehn
  4. ist das höchste Maß an Freiheit) 152 Länder (im Jahr 2012)
  5. abbildet. Hongkong führt mit 9,04 Indexpunkten die Spitzen-
  6. gruppe an, Iran ist mit 4,48 Punkten das Schlusslicht.
  7. Deutschland ist nicht unter den ersten 10. Ich frage mich: gibt
  8. es, ähnlich wie bei Firmenbewertungen üblich ein anzu-
  9. strebendes, machbares Maximum oder sollte man nicht eher
  10. die Konstruktion eines ausgewogenen Optimums anstreben.
  11. Also eine abgestimmte Synchronisierung von a) persönlichen
  12. Freiheiten und b) wirtschaftlichen Freiheiten. Die Frage der
  13. Bewertung von Rechtsstaatlichkeit, persönlicher Sicherheit,
  14. Religionsfreiheit, Redefreiheit etc (zu a) und der Umfang des
  15. Staatshaushalts, der Schutz privater Eigentumsrechte,
  16. Geldwertstabilität etc (zu b) ist Ermessenssache. Obwohl
  17. nicht messbar, ist der Index ein guter Denkanstoß.

Wolfgang Allehoff

#2. 17 Zeilen aus dem Neuen Deutschland

  1. 1957: Alter Spötter Bert empfiehlt Regierung,
  2. Volk aufzulösen sowie sich ein andres zu suchen.
  3. Volk greift zur Selbsthilfe und sucht das Weite.
  4. Zwischen den Schwestern im Westen und ihm lieg kein Meer.
  5. 1961: Walter verordnet dem Volk daraufhin Hausarrest,
  6. Niemand lässt er eine Mauer bauen.
  7. Natürlich schützt sie vor der Subversion.
  8. Wenn der Walter Donald heißen würde,
  9. ließe er die Revanchisten für den Bau bezahlen.
  10. 2015: Ein Politiker, alternaiv, erklärt dem Volk,
  11. dass die Mauer es zwar nicht vorm Untergang
  12. durch Faschismus aus dem Westen schützte,
  13. doch vor Überfremdung, die der Westen litt;
  14. nun den glücklichen Wiedervereinigten auferlegt.
  15. Heute: Rettend kommt dem neuen Deutschland die Idee,
  16. um Gebiete, aus denen uns fremdes Volk zuströmt,
  17. Mauern errichten zu lassen, damit das Strömen ende.

Stefan Blankertz

#1. Freiheit braucht und verschiebt Grenzen

  1. Freiheit und Grenzen bilden ein unzertrennliches Paar.
  2. Freiheit grenzt an Freiheit, die Grenze schützt die Freiheit.
  3. Die Freiheit des einen wird mit der des anderen vereinbar.
  4. Grenzen bedürfen Freiheit, sonst unterdrücken sie.
  5. Grenzen sind kein Selbstzweck, sie dienen der Freiheit.
  6. Wenn Güter Grenzen nicht überschreiten, tun das Soldaten.
  7. Die Trennlinie ist die Herausforderung, immer wieder.
  8. Wo Grenzen ziehen? Wen ausgrenzen? Wen schützen?
  9. Außerdem: Wer zieht die Grenze? Wer schützt sie? Wie?
  10. Grenzen müssen gesichert werden und durchlässig sein.
  11. Anpassungen betreffen Verlauf, Form und Durchlässigkeit.
  12. In Europa finden erhebliche Grenzverschiebungen statt.
  13. Das unzertrennliche Paar ist nicht mehr en vogue.
  14. Wir brauchen Freiheit, um über uns hinaus zu wachsen.
  15. Wir brauchen Grenzen der Freiheit – verschieben wir sie.
  16. Freiheitsfreunde sind wie Ebbe und Flut – wir kommen immer wieder für die bestmögliche Bildung der Kräfte.

Michael von Prollius

Titelbild: Bundesarchiv, Bild 183-57000-0139 / CC-BY-SA 3.0